Nachts im Museum

Am Sonntag, dem 1. Mai 2016 haben wir mit einem ganz kleinen Kreis (sechs Personen) eine Abendführung durch das Keltenmuseum in Hochdorf an der Enz gemacht.


Diese Abendführungen sind etwas ganz Besonderes, weil nur ein ganz kleiner Kreis hier Zugang hat und das Museum nur für diese begrenzte Personenzahl zugänglich ist. Man muß sich dafür auch anmelden und der Eintritt ist auch ein bisschen teurer als sonst. 
 

Aber es lohnt sich. Die Museumleiterin Frau Dr. Simone Storck führte uns durch das Museum. Wir waren also nachts im Museum.

Ja, doch, ich würde mich gerne dort mal nachts alleine aufhalten und mit dem Keltenfürst dort ein Festmahl abhalten. Nun ja, es ist ja nur noch das Skelett, aber vielleicht würde er auch aufstehen und mir etwas über sich erzählen.

Meine Phantasie geht da wieder mal mit mir durch. Ich hätte doch Archäologie studieren sollen, aber meist kommt halt alles anders. 

Im Jahr 1978 wurde am östlichen Ortsrand von Hochdorf/Enz durch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg das unberaubte, reich ausgestattete Grab eines keltischen Fürsten entdeckt und ausgegraben. 

Schon damals gab es Überlegungen hierzu ein  Museum zu schaffen. Es dauerte aber noch bis zum Jahr 1985 bis diese Idee verwirklicht wurde. Ausstellungen in Köln und Paris mit über 600.000 Besuchern brachte den Durchbruch.

"Unser" Keltenfürst wurde schon im Louvre in Paris bei der Ausstellung "Schätze keltischer Fürsten" gezeigt und Hochdorf an der Enz stand dort im Mittelpunkt.   
Wo ist Hochdorf, nun ca. 30 Kilometer von Stuttgart entfernt. 

Hochdorf an der Enz, wurde mit diesem Schatz, der dort im Keltengrab gefunden wurde, schlagartig berühmt. Eine kleine Gemeinde die zu Eberdingen gehört, aber klein und fein und es gibt dortauch jede Menge Lost Places, bzw. marode Gebäude. Ich komm gar nicht mehr nach mit Foto machen.

Wunderschön auch innen, ist die evangelische Michaeliskirche von Hochdorf. 
 

 

Schloß Hochdorf, 1709 von Philipp Heinrich von Tessin von den Herren von Hochdorf erworben.
Das Schloß umgibt ein 1,5 Hektar großer Schlossgarten.



Ich kann auch hier nur einen kleinen Einblick in die Geschichte dieses Museums und des Keltenfürsten, der seinen Sitz auf dem Hohen Asperg hatte, geben.

Dieses Bett wird von Klinen getragen und kann hin- und hergerollt werden, im 6. Jahrhundert vor Christus. Unvorstellbar. 

Was die Restauratoren hier geleistet haben ist eine hohe Kunst. Das Keltengrab wurde ja wieder aufgeschüttet, wie es war. Im Laufe der Jahrtausende war das Grab zusammen gefallen und der Fürst wurde mit den Grabbeigaben verschüttet.

Diese Löwen sind auf dem Metkessel angebracht. 
Das Tuch wurde extra für den Keltenfürst gewebt und eine wunderbare Borte angebracht. 
Es ist eine Kunst, das alles zu rekonstruieren.

Eine Eklärung zum Kessel gibt es hier


   

Im Inneren unter der großen Konstruktion ist genau diese Grabkammer aufgebaut. Die restaurierten Originale liegen im Landesmuseum in Stuttgart. Man kann im Keltenmuseum nur sehr sehr sehr gute Replikate ansehen. Nur das Skelett vom Fürsten ist Original.






Man sollte, wenn man diesen Raum betritt etwas ehrfürchtig sein, es soll aber Leute geben, die das vermissen lassen und wild darauf losknipsen. Besonders auffällig scheint das bei Leuten im älteren Semester zu sein. Dies sagte uns die Museumsleiterin, sie machte ihren Job prima. 

Ich durfte nach der Führung noch im Museum einige Fotos auf die Schnelle machen, ich hoffe, dass die Bilder trotzdem ein wenig von dem wiedergeben, was dieses Museum und diesen Schatz ausmachen. Vor allen Dingen sollte man auch eine gewisse Ehrfurcht walten lassen, was diese Menschen im 6. Jahrhundert vor Christi schon geleistet haben. 

Das Keltenmuseum bietet auch Kurse an, wie z.B. Weben, Schmuck herstellen und Wolle färben,
einen möchte ich besuchen, weiß nur noch nicht welchen, wahrscheinlich werde ich den Kurs Kupfer- und Silberschmiden besuchen. Aber es gibt auch noch Webkurse usw. usw. Es gibt eine Menge Angebote.


Nicht weit vom Museum ist der neu aufgeschüttete Grabhügel, in dem der Keltenfürst mit dem Schatz gefunden wurde. 


Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall und man kann sogar mit dem Rad fahren, es geht ordentlich den Berg rauf aber dann geht es auch wieder runter.

Ich radle mindestens ein- bis zweimal im Jahr den Keltenweg, wer schaun will, 

Wer sich informieren will der kann das auf der Website des Keltenmuseum Webseite des Keltenmuseums tun, dann kann man sich überlegen, ob man das Museum nicht auch mal besuchen möchte, wenn man z.B. in Stuttgart o.ä. ist.

Was mich immer wieder und wieder erstaunt, ist, dass manche Leute überhaupt keine Ahnung haben, was denn sich vor ihrer Haustür so abspielt, bzw. was es alles für Kunstschätze gibt. 

Ich bin an der Vitrine mit dem Gold- und Silberschmuck gehangen, den man leider nicht fotografieren darf und sah mir den wunderschönen keltischen Goldschmuck an.
Mein Schatz überreichte mir später ein kleines Tütchen und was war das drin? Diese wunderbaren Goldohrringe in 
585 Gold. Nein, er hat kein schlechtes Gewissen. 


Ich hoffe, ich habe Euch ein wenig Lust auf diese interessante Geschichte gemacht. Die Kelten mit dem Keltenfürst sind aus dem 6.Jahrhundert vor Christi. 
Die Kelten, die sich dann in England aufgehalten haben, gab es dann 1000 Jahre später. 

Mein Post geht heute an das Guckloch von Susi.  
mit dem Beitrag bin ich auch gerne bei Lotta dabei.

Die Radtour auf dem Keltenweg gibt es hier.

http://rundumludwigsburg.blogspot.de/2015/06/der-keltenfurst-von-hochdorf.html 



     
  

Kommentare

  1. Guten Morgen Eva,
    ein Museumsbesuch zu ungewöhnlicher Zeit, auch bei uns gibt es die
    "Nacht der Museen" die sehr gerne angenommen wird. Man wird von Museum zu
    Museum gefahren bzw. man schaut sich das an, welches einem am meisten zusagt.
    Dieses Keltenmuseum würde mir auch sehr gefallen,diese Grabkammer die Grabbei-
    gaben und vor allem könnte ich an der Vitrine mit den Schmuckstücken nicht vorbeigehen.
    Diese goldenen Ohrhänger sind wirklich wunderschön gearbeitet und stehen dir sicher sehr gut.
    (Foto von dir ;-))
    Lg und einen angenehmen Tag.
    Sadie

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    1. Liebe Sadie,
      das gibt es bei uns in Stuttgart auch, das ist die Nacht der Museen in Stuttgart. Dies hier ist aber etwas anderes.
      Sehr interessant auf jeden Fall und die Museumsleiterin geht auch auf jeden Besucher ein.
      War klasse.

      Lieben Dank und Grüßle Eva

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  2. Hallo Eva,
    oh, für die Kelten kann ich mich auch interessieren und für die damalige Zeit!
    Wir haben hier in der Nähe den Glauberg, dort gibt es auch ein Fürstengrab und ein wunderschönes Museum dazu.
    2014 war ich das letzte Mal dort, mit Kerstin von den Bienenelfen. Ich war durch deinen Beitrag so inspiriert, das ich meinen alten Post ebenfalls im Guckloch verlinkt habe, vielleicht interessiert es jemanden?
    Man hat neben dem Glauberg-Grabhügel eine Fürstenstatue gefunden und kann sich daraufhin ein Bild von den damaligen Herrschern machen. Im Beitrag gibt es auch einen Link zu diesem Keltenmuseum.
    So ein nächtlicher Besuch in einem Museum und das unter fachkundiger Führung, ist natürlich nochmal eine Kategorie besser und spannender. Ich beneide dich darum! Schade, das Stuttgart nicht gerade um die Ecke liegt, aber machbar wäre eine Reise schon...
    LG Heidi

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    1. Ja eine Reise ist Stuttgart schon wert, aber mach dir vorher Gedanken, was du sehen möchtest, es gibt soviel, auch Sachen, die Andere gar nicht wissen. Stuttgart ist eine tolle Stadt, die einige gute Sachen hat. Fernab von Milaneo und sonstigen Dingen.
      Vor allem der Blick in den Kessel ist schon einiges wert.
      Aber man muß wissen wo.
      Es lohnt sich auf jeden Fall.

      Lieben Gruß Eva
      wenn ich darf schicke ich dir meine Kammerzofe heute auch noch.

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  3. Toll sind Deine Fotos geworden und ja die Ohrringe gefallen mir auch sehr.
    Nun musste ich doch mal schauen was der Kesell bei Euch ist, sollte ich das nächste Mal Onkel und Tante in Holzgerlingen besuchen schaue ich auch mal nach Stuttgart rein (dann plane ich wohl einen Tag länger)
    Herzliche Grüße
    Kirsi

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    1. Liebe Kirsi,
      zuerst, wenn du Holzgerlingen besuchst, dann mußt du dich bei mir melden. Einfach Mail das genügt. Holzgerlingen liegt nicht weit weg von mir.

      Der Kessel sagt man zu dem "Kern" von Stuttgart, also zu dem, was man aus der Halbhöhenlage sehen kann. Keine Stadt in Deutschland hat sowas. Kessel eben, weil es unten liegt. Ich habe früher da unten gearbeitet und lange auch gewohnt.
      Heute gibt es oft Feinstaubalarm, weil die Luft unten so dick ist machmal schon unsauber ist. Ich hatte unten im Kessel immer Kopfschmerzen bin ich die Birkenwaldstraße hochgefahren, waren die Kopfschmerzen weg.

      Also, wann kommst du? Das wäre schön, also unbedingt melden.

      Lieben Gruß Eva

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    2. Das werde ich auf jeden Fall machen. Wann ich wieder mal dort bin weiß ich noch nicht genau, die beiden fahren jetzt erstmal wieder in den Urlaub und naja da ist dann das Ende manchmal nicht abzusehen. Sie haben ja auch keine weiteren Termine und da kann man ja so in den Tag hinein leben.
      Aber wenn ich dann mal komme, schicke ich Dir garantiert eine Mail.
      Herzliche Grüße
      Kirsi

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  4. Liebe Eva,
    tausend Dank, dass Du uns mitgenommen hast, nachts im Museum einen hochinteressanten Rundgang zu erleben!
    Ich besuche gerne Museen, aber bisher immer nur bei Tag. Schade, dass man meistens nur bei Schlechtwetter an Museen denkt, gell.
    Toll finde ich, dass Du extra nochmal ein paar (wunderbare und aus den tollsten Perspektiven) Fotos machen durftest. Das Tütchen vom Schatz ist ja wohl Liebe pur, und macht diesen Besuch doppelt erinnerungswert.
    Liebe Grüße
    moni
    http://www.reflexionblog.de

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  5. Liebe Eva, das war ein ganz wundervoller Post für mich. Wie Du weißt liebe ich alles was mit Geschichte zu tun hat und gerade die Kelten sind ein interessantes Völkchen. Gerade ihre Gewohnheiten und Bräuche interessieren mich brennend. Wußtest Du, dass ich als Kind auch Archälogin werden wollte? Wir haben das APX hier direkt um die Ecke ;)) Ganz liebe Grüße, Nicole

    http://www.apx.lvr.de/

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  6. Nachts im Museum, wenn die Geister durch die Räume wandeln und alles ein bisschen geheimnisvoller ist als sonst - da hätte ich auch Freude dran gehabt.
    Lieben Gruß
    Katala

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  7. Was für eine tolle Aktion.
    Ich sollte auch wieder mehr in dieser Art unternehmen.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  8. Hallo Eva,

    das war sehr interessant und mir hätte so ein Rundgang auch gefallen :)
    Bei uns gab es auch eine Anlage, welche man den Kelten zugeschrieben hatte - mittlerweile deutet man sie mehr in Richtung der Alammanen.

    Solche Dinge finde ich immer wieder faszinierend :)

    Liebe Grüße und schönes Wochenende
    Björn :)
    (Der neue Blog: http://alltagserinnerungen.de/der-blog/)

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  9. Keltenweg...davon hatte ich noch nicht gehört. Ich glaube, wir müssen mal in dem anderen Freiberg Urlaub machen...grins. Obwohl ich von Bergen ja hier schon mehr als genug habe und dafür ein flaches Land im Urlaub als wahre Erholung empfinde. Dieses Jahr sind wir zu. PF. am Elsterradweg unterwegs, der dieses Jahr in der Gegend um Leipzig auch etwas flacher wird. Leipziger Tiefebene....:-)
    So eine Museumsnacht muss ich auch mal besuchen...gibt es auch in Leipzig oder in Nürnberg.
    Genug Lost Places.....oh, das freut mich natürlich ganz besonders.
    LG und noch ein schönes Wochenende,
    Sigrun

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    1. Liebe Sigrun,
      der Keltenradweg ist eigentlich schon bekannt. Auch im Westen gibt es schönes und neues zu entdecken.
      Wir werden am Sonntag z.B. den Neckartalradweg radeln. Allerdings etwas gemäßigt, weil ich Fotos machen will,
      sonst radeln wir immer sehr schnell durch. Mein Guide möche halt immer Kilometer machen, schaut aber auch die Landschaft an, nur mit Foto machen hat er es halt nicht so. Er behält seine Eindrucke im Kopf.

      Vielen Dank Eva

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    2. Das kommt mir bekannt vor...mein Guide freut sich zwar über schöne Fotos, aber die sollten am liebsten von alleine kommen. Anhalten kann er ja gar nicht leiden....:-) Wenn ich da nur an den Bodenseeradweg denke....bloß gut, dass mein Handy auch ein Navy intus hat...grins.
      LG Sigrun

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  10. Das war schon ein toller Fund, dieses Grab in Hochdorf! Mein Vater hat ja lange für das Landesdenkmalamt solche "Keltenschanzen" erlaufen und festgehalten ( leider ohne dieses tolle Ergebnis ), denn die sind in Badisch Sibirien häufig. ( Vielleicht habe ich ja von den keltischen Vorfahren auch meine Schneewittchenphysignomie mit den schwarzen Haaren & der hellen Haut :-D ) Klar, dass ich damals die Ausstellung in Köln gesehen habe, ist aber schon etwas länger her... So eine Sonderführung mit Expertin ist natürlich was Feines. Der Ort scheint aber auch sehr hübsch zu sein.
    LG
    Astrid

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