Die St. Georg Kirche im Stuttgarter Norden

Letzten Sonntag gab es  einen Kultursonntag für uns und wir haben verschiedene Siedlungen in Stuttgart besucht. 


 Auf dem Stuttgarter Killesberg gibt es eine Gedenkstätte. 
In den letzten Novembertagen 1941 wurden 1000 Menschen jüdischer Herkunft aus Stuttgart und anderen württembergischen Orten auf den Killesberg verschleppt. Dort befand sich ein großes Sammellager. Am 1. Dezember wurden sie vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus ins Konzentrationslager Riga verschleppt. 


Mehr als tausend weitere Juden aus Württemberg wurden am 26. April 1942 und am 22. August 1942 ebenfalls vom Killesberg in die KZs Riga und Theresienstadt deportiert. 1933 lebten in Stuttgart 4876 Juden, 2106 emigrierten in den Jahren 1933 bis 1939. Etwa 2000 Stuttgarter Juden wurden 1941 bis 1945 in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet. 1945 lebten noch 150 Juden in Stuttgart.
Die Gedenkstätte wurde 2013 unter Einbeziehung des Mahnmals von Albrecht von Hauff neu gestaltet und am 26. April eingeweiht.

Quelle: Stadt Stuttgart 



Ein weiterer Höhepunkt war die St. Georg Kirche in der Heilbronner Straße 135, direkt neben dem Pragfriedhof. 


Ein beeindruckender Bau, der hier erstmals im süddeutschen Raum entstand. Ein Gemeindezentrum aus einem Guß. 

Gebaut mit dem Anspruch, der der neuen Sachlichkeit Rechnung trug und durchaus mit der Weißenhofsiedlung und dem Hauptfriedhof (Paul Bonatz) im Zusammenhang genannt werden kann.

Erbaut wurde die Kirche in den Jahren 1929 bis 1930 von Hugo Schlösser, der ein bedeutender Architekt war.


Am Glockenturm betonen gezielt die lamellenartigen Ziersime  geschickt die schmalen, hohen Schallschlitze des Glockenstuhls.

In der Nacht vom 19. auf den 20. Oktober 1944 wurde die Kirche von Bomben getroffen und das Dach und die Nordwand samt Orgel stürzten ein. 
Die Kirche wurde nach dem Krieg rasch wieder aufgebaut, allerdings mit einem schrägen Ziegeldach, denn das Kupfer für das ursprüngliche Flachdach war damals nicht zu beschaffen. 

Der Innenraum wurde 2010 grundlegend renoviert und umgestaltet. 

Wenn man die Kirche betritt und in den Raum tritt, geht der Blick auf das große Mosaik an der Chorrückwand das Christus als Welterlöser zeigt. Josef Eberz ein bedeutender Künstler der Beuroner Schule  hat dieses Mosaik geschaffen. 


Wenn man so wie ich in der Passionszeit die Kirche betritt, so ist das Christusbild mit einem Vorhang verhängt.
Erst in der Osternacht, wenn Christus aufersteht, wird der Vorhang wieder entfernt.  Es ging nicht so gut mit dem Foto, ich habe unter dem Vorhang durchfotografiert.


Die Seitenkapelle ist mit dem modernen Kreuzweg, der die 14 Stationen der Passion zeigt ist von 
Anton Stankowski künsterisch gestaltet. 
 

Die Mosaikbilder stammen ebenfalls von Josef Eberz. 





Eine beeindruckende Kirche, als ich sie betreten habe, spielte ein Organist an der Orgel, die 1975 neu erstellt wurde. Eine hochwertige Pfeifenorgel aus der Werkstatt von Winfried Albiez, sie ist eine große Bereicherung für die Gemeinde.

https://de.wikipedia.org/wiki/Winfried_Albiez 

Du wirst staunen, wo überall eine Albiez Orgel steht. 


St. Georg ist der Patron der Kirche. Er gehört zu den 
14 Nothelfer und gilt als Erzmärtyr und ist Nationalheiliger Englands und Patron der katholischen Pfadfinder. 



Er wurde um das Jahr 280 in Kappadozien geboren und Soldat. Unter Kaiser Diokletian wurde er ein hoher Offizier und sogar Tribun. 

Er fiel beim Kaiser in Ungnade, weil er ihm Vorwürfe wegen der Christenverfolgung machte. 

In der Legende rettet er als edler Ritter eine Königstocher vor einem menschenfressenden Drachen.

Die große Reiterstatue des Kirchenpatrons am Turm, direkt neben dem Haupteingang in die Kirche ist ein Werk von Karl Rieber aus München.

http://www.suedkurier.de/region/schwarzwald-baar-heuberg/furtwangen/Karl-Rieber-und-seine-grosse-Kunst;art372517,3662617 


Mein Beitrag heute für 

Novas 



und das 



Stuttgart ist eine Stadt, die noch mehr zu bieten hat, man muß es nur erzählen
Einige Kleinode wirst du noch kennenlernen. 


Ich bedanke mich bei 
Pfarrer Michael Heil, der mir erlaubte die Bilder, die ich gemacht habe, zu veröffentlichen. 

Die Quelle für meine Information auf dem Blog habe ich aus dem Flyer der St. Georg Kirche entnommen, die mir 
Pfarrer Heil geschickt hat. 

Man sollte schon beim Hausherrn einer Kirche nachfragen, ob man so einfach fotografieren darf. Ich finde, dass sich das auch gehört. 

Ferner bedanke ich mich beim Mesner, der mich ungehindert in der Kirche hat fotografieren lassen und mir es auch ermöglichte, mit Licht den Kreuzweg zu fotografieren. 

Es ist viel zu lesen, aber es lohnt sich und auch die Links sind wissenswert, denn es haben sich in Stuttgart schon einige Künstler verewigt.  

Du wirst erstaunt sein, ich war es bei meiner Recherche auch, denn vieles habe ich auch nicht gewußt. 

 

Morgen ist Palmsonntag. Jesus zieht in Jerusalem ein und wird von der Menge mit Palmwedeln begrüßt.

Wenig später wird er geschlagen und verspottet. 



Ich freue mich auf den Kantatengottesdienst und
das Singen im Chor. Die Hauptprobe hat gestern 
so gut geklappt. Wir feuen uns auf das Singen. 

     



   

Kommentare

  1. hmmm, also wenn ich ehrlich bin gefällt mir an der Kirche die lamellenartigen Ziersime sowie die Reiterstatue als einzigtes von aussen. Gäbe es nicht die Gestaltung des Turm die eine Kirche erkennen lässt würde ich eher an eine Fabrik denken. Meinen Hut ziehe ich allerdings vor dem Schild. So öffentlich sichtbar den Fehler der Kirche zuzugeben sieht man ansonsten nicht. Finde ich wirklich gut! Von innen schlicht gehalten mag ich die Mosaike sehr gerne. Echt toll gemacht.

    Danke dir vielmals für den schönen sowie informativen Post und für die Teilnahme am Glockenturm sowie T.

    Wünsche dir noch einen schönen Sonntag und sende viele Grüsse


    N☼va

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    1. Liebe Nova,
      es ist aber die Architektur der 20er bzw. 30er Jahre. Die sogenannte Sachlichkeit.
      Du wirst sie noch öfters in meinen Posts finden.

      Jede Zeit hat nun mal ihren Baustil.

      Mit lieben Grüßen Eva

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    2. Klar, auch wenn die teilweise "umgangen" wurden ;-) Hab eben deinen Kommi gelesen und auch bei mir geantwortet...der Link zum Glockenturm ist noch offen. Guckst du nochmal.

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    3. So, jetzt habe ich des Rätsels Lösung....du hast im falschen Monat geschaut und auch kommentiert. Der April ist noch offen ;-))

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    4. Grrrrrr, ich gehe gleich gucken.

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  2. Hallo Eva,
    also diesen Haupteingang der Kirche und diese
    Reiterstatue am Turm finde ich wirklich imposant.
    Ich wünsche dir einen stressarmen Palmsonntag,
    hoffentlich bei Sonnenschein.
    Liebe Grüße
    Sadie

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  3. Liebe Eva,
    Dein Post ist wirklich interessant und die Tatsache, dass eine Katholische Kirche ihre
    Fehler während der Na.zi.Zeit eingesteht ist ja sehr lobenswert, aber vor allem höchst
    selten.
    Bei der Kirche selbst, geht es mir wie Nova. Ich finde sie auch nicht anziehend, von einer
    ausdrücklichen Sachlichkeit und wie Du schon sagtest, es war die damalige Bauweise, die
    Modernität vermitteln sollte.
    Was mich aber schon begeistert hat, sind die Mosaiken - ich habe ein Faible für diese Art
    von Kunst.
    Als ich im vergangenen Herbst in der Mosaikschule von Spilimbergo war, ist mir das Herz
    aufgegangen, ob dieser wunderschönen Kunstrichtung.
    https://elisabetta1.blogspot.co.at/2016/11/der-floh-im-ohr_15.html

    Ja, so sind die Vorlieben halt total unterschiedlich aufgeteilt.

    Liebe Grüße und für Dich ein schönes, erfülltes Wochenende
    Herzlich Elisabetta

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  4. Hallo Eva,
    diese Kirche gefällt mir sehr gut!
    Deine hübsche Osterkarte habe ich erhalten, vielen Dank!
    Ich habe mich aber auch schon per E-Mail bei dir bedankt.

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  5. Von aussen weniger, aber von innen gefällt mir diese Kirche gut.
    Sehr schon sind die mosaiken.
    Schöne Woche und einen lieben Gruß,
    Gabi

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  6. Hallo liebe Eva,
    wieder so ein toller, da sehr informativer, Post. Das mag ich ja so gerne hier bei dir. Man erfährt vieles, lernt vieles, sieht schönes, hört tolles und ich komme immer wieder ins Staunen.
    Nun gehe ich bei dir weiter lesen. Da ist noch ein Post von dir heute.
    Liebe Grüße
    Jessica

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  7. Liebe Eva,
    Hut ab vor dem schlichten, unbeschönigenden Eingeständnis der Kirchengemeinde "Wir haben geschwiegen". Passive Mitschuld so einzugestehen ist selten.
    Mir gefällt die Kirche sehr - ich denke an "Eine feste Burg ist unser Gott". Überhaupt hat diese Sachlichkeit etwas protestantisches. Die Backsteinwände (?) empfinde ich als warm, die Kirche als Statement. Die Kirchenfenster (die in dem Fall die katholische Tradition wahren :-) ) sind wunderbar: Da sie so schmal gehalten sind, flutet das Licht wie ein Spot ein. Das kenne ich von einer Klosterkirche und es ist ein fantastisches Mittel zur Meditation, zur Sammlung.
    Zu Beginn der Karwoche, die mit dem Palmsonntag beginnt, ist Dein Post eine ausgezeichnete Einstimmung auf die Ostertage. Wir feiern das Fest der Auferstehung, nicht des Osterhasen. Und auch wenn die Dekorationen, das Eierfärben, usw. herrlich sind und ich jeden Post dazu liebe, sollte man doch den eigentlichen Sinn von Ostern nicht aus den Augen verlieren....
    Herzlichen Dank für den gelungenen Beitrag, ganz liebe Grüße
    Renee

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    1. Liebe Renee,
      ganz herzlichen Dank für deinen wirklich sehr guten Kommentar. Das mag ich bei einem Kommentar, da merkt man auch, dass der Post angekommen ist und sich die Mühe auch lohnt. Es ist wirklich viel Mühe einen Post so auszuarbeiten, aber ich mache das, damit ich auch noch etwas lerne. Ich werde auch weiterhin meine Posts so ausarbeiten, dass auch viel Information darin enthalten ist. Ostern ist für mich auch weit mehr als Hasen, Deko und Ostereier. Das habe ich gestern wieder im Konzert erfahren. Wir waren überwältigt, wie schön das Konzert war, es war wunderschön und höchst emotional, mit Glockengeläute, Andacht. Die Tochter unserer Chorleiterin, die eine große Sopranistin ist, hat gesungen. Wir sind heute noch überwältigt von diesem Konzert. Die Zuhörer und auch wir Chorsänger hatten Tränen in den Augen, so schön war das.
      Der Zusammenhalt im Chor ist wundervoll und wenn man nach dem Konzert auch noch Dank für den Gesang bekommt, das ist schön.
      Ich wünsche auch dir frohe Ostern und alles Gute.

      Lieben Gruß Eva

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